FiPtec: Ministerin gibt den Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnik
In Kempten fand am Montag, 6. Juli 2026, die Eröffnungsveranstaltung für die Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) statt, dem Partnerprojekt zum KiPf. Neben der Eröffnung durch Staatsministerin Judith Gerlach und interessanten Podiumsdiskussionen bot der Kick-Off eine gute Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen und den Austausch zwischen Pflegewissenschaft und Pflegepraxis zu stärken.
Die Forschungsinitiative Pflegetechnik
Die Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) ist ein Forschungsnetzwerk, das die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu pflegebezogenen Technologien aus verschiedenen Forschungsaktivitäten in Bayern zusammenführt. So soll auch der Transfer von der Forschung in die Praxis gestärkt werden. Angesiedelt ist die FiPtec am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) an der Hochschule Kempten.
Wie das Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) wird auch die FiPtec im Rahmen der HighCare Agenda vom Bayerischen Staatministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert. Das gemeinsame Ziel ist, Innovationen nachhaltig in der Pflege zu verankern und die digitale Transformation in der Pflege auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse zu gestalten.
Eröffnungsveranstaltung in Kempten
Ihre Arbeit hat die FiPtec bereits im Frühjahr aufgenommen (wir berichteten). Nun fand am 6. Juli 2026 in Kempten auch die offizielle Eröffnungsveranstaltung statt. Zu den Teilnehmern zählten zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Pflege und Politik.
Ministerin Gerlach gibt den Startschuss
Auch Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach war bei der Veranstaltung zu Gast und gab dort den offiziellen Startschuss für die FiPtec. Bei ihrer Keynote betonte die Ministerin, dass mit der FiPtec eine Forschungsoffensive für mehr Digitalisierung in der Pflege startet, die das Wissen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen gebündelt in die Praxis bringen soll.
„Im Fokus steht vor allem die Frage, welche neuen Technologien tatsächlich für die Praxis sinnvoll nutzbar sind, um die Pflege von morgen menschlicher und zukunftsfester zu gestalten. Es geht nicht darum, was technisch möglich ist. Denn nur was von Pflegenden und Pflegebedürftigen als Mehrwert empfunden wird, kann es von der Forschung in den Pflegealltag schaffen. Digitalisierung in der Pflege muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt!""
Judith Gerlach, MdL, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention (Foto: StMGP)
Podiumsdiskussionen zur Digitalisierung in der Pflege
Ebenfalls auf dem Programm standen zwei Podiumsdiskussionen, die sich zunächst mit dem Status quo der Digitalisierung in der Pflege auseinandersetzten, dann aber auch die Perspektive in die Zukunft lenkten, mit der Frage, wie die Digitalisierung in der Pflege vorangebracht werden kann?
Teil der Diskussionsrunden waren Vertreter aus dem Bayerischen Landtag (Klaus Holetschek, Bernhard Seidenath), aus der Forschung (Prof. Dr. Sonja Haug, Prof. Dr. Marcel Sailer) sowie aus der Pflege (Claudia Hauck (BLPR), Ingrid Schabert-Schmidt (VdPB)).
Einigkeit herrschte darüber, dass innovative Technologien und digitale Tools die Pflege entlasten können. Allerdings müsse der Fokus mehr darauf gelegt werden, wo die Technik tatsächlich gebraucht wird. Die Bedarfe vor Ort müssten stärker berücksichtigt werden, damit die Digitalisierung kein Selbstzweck bleibt, sondern echten Nutzen bringt. Denn durch den erlebbaren Mehrwert der Innovationen könne auch mehr Akzeptanz gegenüber der Technologie entstehen. Deshalb solle die Pflege selbst stärker in Entwicklungsprozesse eingebunden werden. Darüber hinaus werde eine grundlegende digitale Infrastruktur (z.B. WLAN) sowie strukturelle Unterstützung benötigt, damit die Technologien in der Pflege ankommen. Auch die digitale Gesundheitskompetenz müsse gestärkt werden.
So ergänzen sich KiPf und FiPtec
Eine zentrale Aufgabe der FiPtec ist die Entwicklung von Reifegradmodellen als Tools zur Selbsteinschätzung für Pflegeeinrichtungen. Die Bestimmung des digitalen Reifegrads einer Einrichtung soll bei der Einführung von Pflegetechnik unterstützen und den individuellen Fortbildungsbedarf im Bereich Digitalisierung erfassen.
Dieser wird wiederum von der ebenfalls in der FiPtec geplanten Fortbildungsoffensive „Technik in der Pflege" adressiert. Erarbeitet werden soll ein wissenschaftlich fundierter Lehrplan, der Weiterbildungs- und Schulungsangebote für die Digitalisierung in der professionellen Pflege enthält.
Der Transfer der Reifegradmodelle sowie der Fortbildungsangebote in die Pflegepraxis wird Aufgabe des Kompetenzclusters innovative Pflege sein. Wir werden unter anderem die nötige digitale Infrastruktur und die Lernplattform zur Verfügung stellen.
Ziel der Zusammenarbeit der beiden Projekte FiPtec und KiPf ist es, die Erkenntnisse aus der Forschung sowie Good-Practice-Beispiele und Qualifizierungsansätze zielgerichtet an Pflegeorganisationen weiterzugeben.
„Dieser enge Schulterschluss zwischen Forschung und Anwendung ist ein wesentliches Merkmal unserer HighCare Agenda. […] Damit investieren wir nicht nur in die Forschung, sondern vor allem in die Zukunft der Pflege in Bayern", so Ministerin Gerlach.
Videorückblick zur Eröffnungsveranstaltung
Weiterführende Informationen
- Weitere Infos zur FiPtec, finden Sie auf der entsprechenden Seite der Hochschule Kempten. Mehr zu FiPtec
- Mehr zur Arbeit des Bayerischen Zentrum Pflege Digital finden Sie ebenfalls auf der Seite der Hochschule Kempten. Mehr zum BZPD
- Was in der HighCare Agenda steht, können Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention nachlesen. Zur HighCare Agenda