Was ist innovative Pflege? – Teil 1: Nachgefragt bei Marlene Klemm
Bei der Eröffnungsveranstaltung der bayerischen Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) Anfang Juli haben wir die Gelegenheit genutzt, um auch mit unseren Fachforenleitungen zu sprechen. Wir haben sie gefragt, was innovative Pflege für sie bedeutet, was ihrer Meinung nach benötigt wird, um neue Technologien in den Pflegealltag zu integrieren und was sie sich für die Pflege der Zukunft wünschen würden.
Im Gespräch mit Marlene Klemm
Marlene Klemm ist Leiterin des Pflegepraxiszentrum (PPZ) Nürnberg. Dort werden Pflegetechnologien von der ersten Idee bis zum serienreifen Produkt durch wissenschaftliche Evaluationen umfassend geprüft – sowohl nach ethischen, sozialen und rechtlichen, aber auch pflegepraktischen und ökonomischen Aspekten. Sie verfügt somit über wertvolle Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Hersteller, Entwicklung, Start-ups und Pflegepraxis.
Für das Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) ist Marlene Klemm, gemeinsam mit Michael Stockerl, als Leitung im Fachforum Zukunftslabor tätig.
Fachforen im KiPf
Welche Fachforen es gibt und welche Aufgaben sie übernehmen, erfahren Sie auf unserer Fachforenseite.
Was bedeutet innovative Pflege für Sie?
Klemm: „Innovative Pflege bedeutet für mich, dass Mensch, Organisation und Technik Hand in Hand arbeiten, sodass Bedarfe identifiziert werden können und Lösungen zielgenau entwickelt werden können, sodass tatsächlich Pflegefachkräfte entlastet werden können und Pflegebedürftige in ihrer Lebensqualität gestärkt werden."
Was ist nötig, um innovative Technologien von der Forschung in die Praxis zu bringen?
Klemm: „Um innovative Technologien in die Pflegepraxis zu bringen, muss man sich klar darüber werden, dass es sich um einen Change-Management-Prozess handelt, der engmaschig begleitet werden muss. Das bedeutet, dass Kompetenzen gestärkt werden müssen, dass Schulungen kontinuierlich stattfinden und dass insbesondere auch die vorbereitenden Maßnahmen einer Technologie-Einführung gut abgesteckt sein müssen. Dazu gehört zum Beispiel das Thema Datenschutz und IT-Sicherheit. All diese Dinge müssen vorab geklärt werden, bevor überhaupt eine Technologie eingeführt werden kann."
Was erhoffen Sie sich vom KiPf?
Klemm: „Ich hoffe, dass das KiPf zukunftsweisende Initiativen und Projekte identifiziert und dazu beiträgt, dass innovative Lösungen in die Praxis kommen."
Innovative Lösungen aus der Pflegepraxis
Spannende Anwendungsbeispiele von innovativen Technologien finden Sie in unseren Lösungen.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich für die Pflege der Zukunft wünschen?
Klemm: „Für die Zukunft der Pflege wünsche ich mir, dass die Prozesse effizienter gestaltet werden können – durch eine entsprechende technologische Unterstützung, aber eben auch durch ein Personal, was entsprechend geschult ist. Sodass der Dreiklang aus Mensch, Organisation und Technik gut funktioniert, alles entsprechend Hand in Hand arbeitet – zum Wohl der pflegebedürftigen Personen."